Geschichtsblatt des Monats Februar

Der Jahrtausendwinter von 1708/09 in Brandenburg
Eine ungewöhnlich lang anhaltende Periode mit stetigem Ostwind brachte bereits im Herbst 1708 Fröste. Mit Drehen des Windes entspannte sich die Situation zunächst wieder, um schließlich in der ersten Januarwoche abermals zu kippen. Die Temperaturen fielen so schnell und so stark, dass alle zeitgenössischen Aufzeichnungen weit übertroffen wurden. Die damaligen Messwerte, umgerechnet auf heutige Standards, lassen auf anhaltend niedrige Temperaturen im Bereich von -25 °C bis -30 °C schließen, dies stützt sich auf die täglichen Wetterbeobachtungen des Astronomen Gottfried Kirch in Berlin. In der historischen Rückschau ist der Winter 1709 untrennbar mit der nachfolgenden Pestepidemie verbunden. Die durch Kälte und chronische Unterernährung geschwächte Bevölkerung besaß kaum Widerstandskräfte gegen die aus dem Osten eingeschleppten Erreger. Ca 40 % der Gesamtbevölkerung soll dem Winter zum Opfer gefallen sein. Leider fehlen in unseren Kirchenbüchern statistische Zahlen, da Bestattungen um diese Zeit nicht geführt wurden.

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